Über uns

Wer wir sind

Unser Haus Asaph ist eine Gemeinschaft von Künstlerinnen und Künstlern verschiedenster christlicher Konfessionen, die ihre Tätigkeit als Dienst am Reich Gottes verstehen und auf ihr geistliches Wachstum und die Vertiefung ihres Lebens mit Gott bedacht sind.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die vielfältigen künstlerischen Möglichkeiten, mit denen wir andere Menschen berühren, bewegen und innerlich heilen dürfen, von der Ausstrahlung und der Verbindlichkeit unseres Glaubens leben.

Mitglieder können auch Christen werden, die zwar selbst keine künstlerische Tätigkeit ausüben, denen Ansatz und Ziel des Konvents wichtig sind und die diese verbindlich unterstützen möchten.


Wieso "Konvent"?

Wir haben uns für die Form des Konvents entschieden, weil diese nach unserer Ansicht einen guten Mittelweg zwischen der Verbindlichkeit eines Ordenslebens und der Freiheit individueller Lebensgestaltung bietet.
Die Mitglieder leben ihr ganz normales, eigenständiges Leben, halten jedoch untereinander geregelten Kontakt, beispielsweise in Form von Gesprächs- oder Gebetskreisen, Andachten oder gemeinsamen künstlerischen Unternehmungen.
An vielen dieser Aktivitäten können auch interessierte Außenstehende teilnehmen.


Unsere Spiritualität

Wir stehen für eine aufgeschlossene, intellektuell wie emotional ansprechende, integrative Spiritualität.

Erkenntnisse der modernen akademischen Bibelforschung werden von uns anerkannt und genutzt, aber nicht als Ersatz für die geistliche Aussageebene der Bibel verstanden.

Die Bibel ist die für unseren Glauben maßgebliche Schrift, deren viele Verfasser uns Wesentliches über Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist berichten und die Gottes Wort an uns enthält.

Die "Zehn Gebote" interpretieren wir als befreiende Orientierungshilfe ("Geländer") Gottes für ein gelingendes menschliches Leben, nicht als starres Korsett.

Wir bekennen einen lebendigen, erfahrbaren und liebevollen Gott, der uns für sein Heilswerk gebrauchen möchte und dies auch tut. Deswegen geben wir unser ganzes Leben als ein zwar nie perfektes, aber herzliches Opfer für den Dienst an Gott, ohne uns darin selbst aufzugeben.

Wir vertrauen auf die Führung durch den Heiligen Geist, sind uns aber in Demut bewusst, dass wir unseren Teil dazu beitragen können, dürfen und sollen, dass wir unter allen Stimmen seine meist leisen Töne zu hören lernen.


So sieht das Konventleben aus

Manche Menschen denken bei "Konvent" an eine Ordensgemeinschaft mit zölibatärem Leben in einem Kloster oder zumindest an einen festen Termin pro Woche. Das ist bei uns nicht der Fall. Jedes Konventmitglied ist für die Gestaltung seiner geistlichen Verbindlichkeit weitgehend selbst verantwortlich; allerdings gibt die Regel des Konvents Empfehlungen, die sich aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung im Konventleben als sinnvoll und hilfreich erwiesen haben.

Die Konventmitglieder treffen sich mehrmals (ca. 4x) im Jahr, je nach der örtlichen Möglichkeit, zu gemeinsamen Austausch, Gottesdienst, Musik- bzw. Kunstausübung. Ansonsten halten sie in unregelmäßigen Abständen telefonisch, elektronisch oder auch persönlich Kontakt. Die Verbindlichkeit des Konventlebens findet ihren Ausdruck in der brennenden sehnsucht nach Wachstum in Glauben und Vollmacht sowie in der erlebbaren geistlichen Verbundenheit, nicht in erster Linie im gemeinsamen Leben vor Ort. Natürlich ist es schön, sich regelmäßig zu treffen, aber daraus soll und darf kein Zwang entstehen. Diese Balance zwischen Verbindlichkeit und Beliebigkeit, zwischen Freiheit und Verantwortung muss stets neu austariert werden und bildet wohl die größte Herausforderung im Konventleben.

Der Prior hält darüber hinaus engen Kontakt mit allen Konventgeschwistern, wobei familiäre oder berufliche Zwänge bzw. Erfordernisse soweit irgend möglich eine angemessene Berücksichtigung erfahren.

Konventgeschwister dürfen jedoch darauf vertrauen, dass sich im Maße ihrer Hingabe an die Verbindlichkeit des Dienstes langfristig auch solche Zwänge ohne weiteres Zutun oftmals mildern oder ganz erledigen, ohne dass Familie und Beruf darunter leiden.


Das Gelübde

Der entscheidende Schritt vom Novizen hin zum "vollwertigen" Dienstgeschwister ist das Gelübde. Man assoziiert damit in der Regel so attraktive Dinge wie Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Nichts davon spielt für uns eine Rolle. Alle Dienstgeschwister sollen privat und beruflich eigenverantwortlich so leben, wie es ihnen entspricht, sofern es ihrer christlichen Glaubwürdigkeit nicht diametral zuwiderläuft. Um Transparenz zu schaffen, folgt hier der Wortlaut der Fragen des Dienstgelübdes mit Erläuterungen.

1. Ist es dein von Herzen kommender, inniger Wunsch und deine eigene freie Entscheidung, vollwertige(r) Dienstbruder/ Dienstschwester im Konvent Haus Asaph zu werden?
2. Bist du willens und bereit, Gott stets den ersten Platz in deinem Leben einzuräumen, soweit es dir irgend möglich ist?
3. Bist du willens und bereit, die Gaben, die Gott dir anvertraut hat, zu Gottes Ehre, dem Heil der Welt und zu Nutzen und Auferbauung der christlichen Gemeinde einzusetzen?
4. Ist dir die Regel des Konvents bekannt und erkennst du diese an?
5. Anerkennst du insbesondere die Leitung des Konvents durch einen Prior bzw. eine Priorin?
6. Akzeptierst du den/ die derzeitige(n) Prior(in) in dieser Funktion?

Zu den Fragen:
1. Wir legen Wert darauf, dass es sich um eine wohlüberlegte, gereifte und freie Entscheidung handelt, die also nicht durch Außenstehende oder Konventmitglieder in suggestiver oder manipulativer Absicht beeinflusst wurde. Da wir keine Rattenfänger sein wollen, sondern lieber weniger, aber dafür überzeugte Mitglieder haben, ist uns dies sehr wichtig.
2. Dies ist die wichtigste Frage überhaupt und kann so missverstanden werden, als bestünde der Rest des Lebens ab sofort nur noch aus Gebeten oder Aktivitäten für den Konvent. Es geht jedoch nicht um uns oder den "Club", sondern tatsächlich um Gott, darum, wirklich das gesamte Leben IHM unterzuordnen - was immer das in konkreten Lebenssituationen bedeuten mag. Eigentlich sollte jeder Christ hierzu von Herzen JA sagen können.
3. Vor dem Gelübde werden vor der versammelten (Konvent-) Gemeinde die im Zuge des "Drei-Farben"-Gabentests von NCD international festgestellten geistlichen Gaben verlesen, die während des Noviziates "trainiert" worden sind. Wichtig ist hierbei, dass diese Gaben stets zum Nutzen der Gemeinde einzusetzen sind und nicht das mystische Privatvergnügen des Einzelnen bleiben (vgl. 1. Kor. 12, 7). In der Ausübung dieser Gaben - die künstlerische ist meist nur eine von mehreren - spendet man Segen und erfährt selber Segnung.
4. Diese Frage klingt nach "strengem Ordensleben". Wer sich jedoch die Mühe macht, diese Regel zu lesen, wird feststellen, dass sie sehr offen und weit gefasst ist - und nebenbei die einzige mir bekannte Regel, in der ausdrücklich der herzliche Humor benannt wird. Ohne eine Anerkenntnis dieses ordnenden Geländers ist ein Zusammenleben jedoch stets neuen Verhandlungen und Diskussionen unterworfen und birgt das Potenzial zu Unfrieden, was mit der Regel vermieden werden soll.
5. Diese Frage mag für die einen oder anderen Interessenten eine Hürde darstellen, insbesondere für jene, die in einer paritätischen christlichen Gemeinde oder Gruppe beheimatet sind, und klingt vielleicht sehr "katholisch". Mit Leitung ist hier jedoch keine absolutistische Diktatur gemeint, sondern eine Richtlinien vertretende, ordnende Position eines Mentors. Ob man sich diesem aussetzen möchte, kann und soll im Noviziat erfahren und beiderseits geprüft werden.
6. Hier stellt sich nun der/ die derzeitige Prior(in) zur Disposition, denn es kann durchaus sein, dass hier das erste Zögern oder ein klares NEIN des Novizen/ der Novizin kommt. Dann haben wir ein Problem, denn dann kommt es in der Tat während der Feier zu einer Diskussion, denn einerseits kann eine Aufnahme nur im äußersten Fall an dieser Frage scheitern, andererseits muss spätestens dann benannt werden, wo das Problem liegt. Ein solcher Fall ist aber weder im Konvent Haus Asaph noch in meinem "Vorgängerkonvent" vorgekommen.


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